Ukraine aktuell: “Es gibt noch viel zu tun” | DW

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Präsident Selenskyj: “Wir müssen standhalten”
  • Russische Besatzer melden neuen AKW-Beschuss
  • UN-Generalsekretär: Mehr Getreideexporte nötig
  • Ukraine bemüht sich um kanadisches Flüssiggas

 

“Für den Sieg der Ukraine müssen wir kämpfen, es gibt noch viel zu tun, wir müssen standhalten und noch viel ertragen, leider auch viel Schmerz”, erklärte der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj in einer neuen Videobotschaft. In der kommenden Woche, am 24. August, feiert das Land seinen Unabhängigkeitstag. Erinnert wird an dem Tag auch an ein halbes Jahr russischer Angriffskrieg, den Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar befohlen hatte.

Selenskyj warnte, dass Russland den Unabhängigkeitstag für besondere Brutalität nutzen könnte. “So ist unser Feind. Schon in jeder anderen Woche dieses halben Jahres hat Russland so etwas Ekelhaftes und Grausames ständig getan”, sagte Selenskyj. Unter anderem verwies er auf “russischen Terror” im Gebiet Charkiw und im Donbass, wo es täglich Raketen- und Artillerieangriffe gibt.

Vollkommen zerstört: Gebäude in Charkiw

“Der Krieg hat alles verändert für die Ukraine, für Europa und für die Welt”, fügte Selenskyj hinzu. Ziel Russlands sei es, das Land zu erniedrigen und Angst und Konflikt zu verbreiten. Deshalb dürfe sich niemand dem Druck beugen und Schwäche zeigen. “Deshalb halten wir zusammen, helfen einander, bauen das Zerstörte wieder auf und kämpfen für unsere Leute.”

24-stündige Ausgangssperre am 24.

Am ukrainischen Nationalfeiertag (24. August) soll in Charkiw, der zweitgrößten Stadt des Landes, den ganzen Tag eine Ausgangssperre herrschen. “Bleiben Sie zuhause und beachten sie die Warnungen”, schrieb der Gouverneur der Region Synehub auf dem Messengerdienst Telegram. In der Stadt im Nordosten des Landes gilt normalerweise nur eine nächtliche Ausgangssperre. 

Besatzer melden neuen AKW-Beschuss

Ukrainische Streitkräfte sollen erneut das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja attackiert haben. Die NATO-Munition sei vom gegenüberliegenden Ufer des Dnipro-Flusses abgefeuert worden und auf dem Gelände des AKW eingeschlagen – in unmittelbarer Nähe eines Verwaltungsgebäudes, hieß es. Kritische Objekte seien nicht getroffen worden, teilte die russische Militärverwaltung in der Stadt Enerhodar mit, wo sich das Atomkraftwerk befindet. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.

Umkämpft: das AKW Saporischschja auf einer Satellitenaufnahme

Das mit sechs Reaktoren und einer Nettoleistung von 5700 Megawatt größte AKW Europas wurde von russischen Truppen Anfang März besetzt. Es ist für die Stromversorgung der Ukraine von strategischer Bedeutung.

Guterres fordert mehr Getreideexporte

Nach Ansicht von UN-Generalsekretär Antonio Guterres sind mehr Ausfuhren von Getreide und Düngemitteln aus der Ukraine und Russland notwendig, um die Rohstoffmärkte weiter zu beruhigen. Mit höheren Exportmengen würden auch die Preise für die Verbraucher sinken, sagte Guterres bei einem Besuch im Getreide-Koordinierungszentrum im türkischen Istanbul.

Auftritt in Istanbul: UN-Generalsekretär Guterres

Die Ukraine und Russland hatten Ende Juli mit der Türkei unter Vermittlung der Vereinten Nationen ein Abkommen unterzeichnet, um Getreideausfuhren aus ukrainischen Häfen wieder zu ermöglichen. Aktuell lagern schätzungsweise noch mehr als 20 Millionen Tonnen Getreideerzeugnisse in der Ukraine.

Österreich reagiert auf Diplomaten-Tweet

Das österreichische Außenministerium hat laut Presseinformationen für diesen Sonntag Russlands Ständigen Vertreter bei den Internationalen Organisationen, Mikhail Ulyanov, einbestellt. Das Außenministerium reagiere damit auf einen Twitter-Kommentar Ulyanovs, berichtet “Bild”. Er soll unter einen Tweet des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj geschrieben haben: “Kein Erbarmen für das ukrainische Volk!”. Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefanchuk hatte Österreich aufgefordert, den Ständigen Vertreter wegen “Aufrufs zum Völkermord” zur unerwünschten Person (persona non grata) zu erklären und sofort auszuweisen.

Ukraine bemüht sich um LNG aus Kanada

Vor einer Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kanada hat der Chef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz, Jurij Witrenko, ebenfalls verstärktes Interesse an kanadischem Flüssiggas (LNG) gezeigt. “LNG aus Kanada ist eine viel bessere Alternative als Gas aus Russland”, sagte Witrenko der Nachrichtenagentur Reuters. Kanada sei ein demokratisches Land, das seine Nachbarn nicht überfalle. “Kanadische Anbieter haben keine Vormachtstellung auf dem deutschen Markt und missbrauchen ihn nicht wie Gazprom, das das Angebot künstlich verknappt, den Markt beherrscht und seine Kunden abzockt”, fügte Witrenko hinzu.

Auch die Ukraine sucht nach Alternativen für russisches Gas. Bereits Mitte Juni hatten Naftogaz und die kanadische Firma Symbio eine Absichtserklärung für die Lieferung von LNG und Wasserstoff geschlossen. “Kanadisches LNG von Symbio ist viel umweltfreundlicher als Gas von Gazprom”, so Witrenko. Aufgrund “überlegener Technologien und Sorgfalt” würden sehr viel weniger Methan- und CO2-Emissionen freigesetzt.

Reisen gemeinsam: Olaf Scholz (r.) und Robert Habeck (Archiv)

Scholz (SPD) wird an diesem Sonntag gemeinsam mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach Kanada reisen. Hauptziel des Besuchs ist die Vertiefung der Zusammenarbeit beider Länder im Klima- und Energiebereich. Bei den Gesprächen mit Ministerpräsident Justin Trudeau wird es aber auch um die politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung der Ukraine gehen.

Kretschmer möchte Fracking hierzulande

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich für die Förderung von Fracking-Gas in Deutschland als Ersatz für russisches Erdgas ausgesprochen. Er habe die Abhängigkeit vom Ausland immer kritisch gesehen, deswegen müsse Deutschland jetzt “auch alles in die Waagschale werfen, was wir an Ressourcen in unserem Land haben”, sagte Kretschmer dem Berliner “Tagesspiegel” (Sonntagsausgabe). Wenn russisches Gas nicht mehr zur Verfügung stehe, müsse Deutschland auch auf die eigenen Gas-Vorkommen zurückgreifen, forderte der CDU-Politiker. “Heimisches Fracking-Gas wäre eine Möglichkeit, um die Abhängigkeit von Russland und auch vom Weltmarkt zu reduzieren.”

wa/cw (dpa, rtr, afp)

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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