WHO-Chef wirft Weltgemeinschaft Rassismus in Tigray-Krise vor | DW

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Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sieht im Umgang der Weltgemeinschaft mit der prekären Lage in Tigray Anzeichen für Rassismus. Die Tigray-Krise sei zwar die schlimmste Katastrophe der Welt, bekomme aber nicht dieselbe internationale Aufmerksamkeit wie der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, sagte Tedros bei einem virtuellen Medienbriefing. “Ich habe in den letzten Monaten kein einziges Staatsoberhaupt gehört, das irgendwo in der entwickelten Welt über die Situation in Tigray sprach. Nirgendwo. Warum?” fragte Tedros. “Vielleicht ist der Grund die Hautfarbe der Menschen”, sagte Tedros, der selbst aus der äthiopischen Region Tigray stammt.

Er erklärte weiter, dass sechs Millionen Menschen in Tigray von der Welt abgeschnitten seien und seit 21 Monaten “unter Belagerung” stünden. Die Menschen in Tigray hätten keinen Zugang zu Medikamenten, medizinischer Versorgung und Telekommunikation und würden daran gehindert, die Region zu verlassen. Tedros forderte sowohl die äthiopische als auch die russische Regierung auf, die Krisen in Tigray und der Ukraine zu beenden. “Wenn sie Frieden wollen, können sie ihn schaffen, und ich fordere sie beide auf, diese Probleme zu lösen”, sagte er.

Desinteresse an der Lage am Horn von Afrika?

Bereits im April hatte der WHO-Chef gesagt, der Ukraine-Krieg habe gewiss globale Auswirkungen. Er selbst wisse aber nicht, ob die Welt dem Leben von Schwarzen und Weißen wirklich die gleiche Aufmerksamkeit schenke. WHO-Notfalldirektor Mike Ryan äußerte sich ähnlich. Niemand scheine sich dafür zu interessieren, was am Horn von Afrika passiere, sagte Ryan.

Seit Ende 2020 herrscht in Tigray ein blutiger Konflikt zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der damals in der Region herrschenden Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF). Dieser löste eine schwere humanitäre Krise in der Tigray-Region aus. Tausende Menschen sind nach UN-Angaben getötet worden. Mehr als sechs Millionen Menschen benötigen Hilfe. Inzwischen hat sich der Konflikt auf weitere Regionen in Äthiopien ausgedehnt. Die WHO fordert mehr als 123 Millionen US-Dollar (umgerechnet knapp 121 Millionen Euro) von der Weltgemeinschaft, um die Gesundheitsprobleme in Äthiopien zu lösen.

Äthiopien strebt rasche Waffenruhe an

Die äthiopische Regierung rief unterdessen dazu auf, so schnell wie möglich ein formelles Waffenstillstandsabkommen für Tigray zu schließen, um die Wiederaufnahme der Grundversorgung in der vom Krieg gezeichneten nördlichen Region zu ermöglichen. Ein im Juni eingesetzter Ausschuss, der die Möglichkeit von Gesprächen mit den tigrayischen Rebellen ausloten soll, erklärte, er habe einen “Friedensvorschlag” ausgearbeitet, um den im November 2020 ausgebrochenen Krieg zu beenden.

Die Tigray People’s Liberation Front (TPLF) wies die Forderung des Ausschusses als Versuch der “Verschleierung” zurück und erklärte, die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed habe keinen wirklichen “Appetit” auf einen Dialog gezeigt. Die TPLF hat lange darauf bestanden, dass die Grundversorgung in der Region wiederhergestellt werden müsse, bevor ein Dialog beginnen könne.

Seit der Ausrufung eines “humanitären Waffenstillstands” Ende März haben die Kämpfe in Nordäthiopien nachgelassen, sodass die dringend benötigten internationalen Hilfskonvois nach drei Monaten Unterbrechung wieder nach Tigray fahren konnten. Die nördlichste Region Äthiopiens leidet unter einer schweren Nahrungsmittelknappheit und hat kaum noch Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Strom, Kommunikation und Bankwesen.

kle/mak (rtr, ape, afpe)

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